
Um es vorweg zu nehmen: Die Aufzucht der Jungtiere unterscheidet sich nur unwesentlich von der Haltung der adulten (also ausgewachsenen) Tiere.
Das Terrarium der Jungtiere muss im Gegensatz zu dem der
großen Tiere etwas feuchter gehalten werden.
Als Bodensubstrat haben sich augestochene Grasnarben und für die
Schlafecken Sphagnum
Moos hervorragend bewährt.
Viele Versteckplätze in Form von Korkrinden u.ä. erlauben es den Jungtieren
jederzeit sich in Sicherheit
zu bringen. Unter den Versteckplätzen sollte
das Substrat schön feucht (aber nicht nass!) sein. Die Substrathöhe sollte
adäquat zur Panzerhöhe sein, am besten ist es, wenn diese ca. das doppelte der
Panzerhöhe ausmacht. So ist gewährleistet, dass die Schildkröten
jederzeit unter dem Substrat eingegraben sein können, und die Panzer somit
glatt wachsen können.
Als Beleuchtung sollten im Sonnenbereich auf alle Fälle Spotstrahler zur Verfügung stehen. Die Tiere müssen die notwendige Betriebstemperatur von ca. 40 Grad darunter erreichen können.
Die Terrariengrundfläche sollte so großzügig wie möglich ausfallen. Denken Sie bitte immer daran, dass die Schildkröten lauffreudige Tiere sind und je größer die Lauffläche ist, desto gesünder können die Tiere heranwachsen.
Als Mindestterrariengröße würde ich kein Terrarium unter 100 cm x 50 cm empfehlen. Das Terrarium sollte oben offen sein (also keine geschlossenen Terrarien verwenden, welche ausschließlich für Schlangen und andere Reptilien geeignet sind).
Das Futter der Jungtiere unterscheidet sich nicht von dem der adulten Tiere.
Bei Jungtieren fällt immer wieder auf, dass sie
"abgeschnittenes Futter" nicht so gerne annehmen wie Futter, das
sie selbst abreißen können. Ein Instinkt der ihnen angeboren scheint :-)
Bei Gräsern ist darauf zu achten, dass diese immer kurz geschnitten sind und
die Schildkröten sie so genüsslich abfressen können.
Futtervorschläge finden Sie unter www.schildifutter.de :-)
Einen wirklich gut gemeinten Rat noch:
Bitte geben Sie den Jungtieren weder Schildkrötenpellets aus dem Zoohandel (Agrobs
ausgenommen) noch zu zartes Futter. Die kleinen sind mit allem was sie zum
überleben ausgestattet und sie können auch schon sehr gut hartes Futter wie.
z.B. die Strünke vom Löwenzahn etc. knacken und fressen. Die Natur hat sie da
wunderbar auf ein selbständiges Leben vorbereitet :-)
Wichtig ist auch eine ausreichende Kalkversorgung. So sollten Sepiaschalen (das harte an der Rückseite bitte entfernen .. das sollte man auch für die adulten Tiere immer entfernen) und andere Kalkprodukte wie z.B. Calcio-Reptin immer zur freien Verfügung stehen, damit sich die Tiere daran bedienen können, wenn der Bedarf bei ihnen vorhanden ist.
Schildkröten sollten ihr Trinkbedürfnis immer befriedigen können. Es sollte also zu jeder Zeit eine Trinkmöglichkeit vorhanden sein. Da viele Schildkröten während ihrem Bad auch ihre Hinterlassenschaften absetzen, sollte die Trink-Badeschale mindestens zwei Mal täglich geleert und gereinigt werden.
Speziell für Sternschildkröten gilt:
Diese Tiere halte ihre Urate und den Urin insgesamt sehr gerne zurück und geben
die Salze (Urate) somit nicht häufig genug ab. So kommt es bei dieser
Schildkrötenart vermehrt zu Nieren- und Blasensteinen. Um dem vorzubeugen,
sollte man diese Tiere ein Mal pro Woche in einem handwarmen Bad baden, damit
sie diese Urate ausscheiden. Andere Schildkrötenarten sind mir bislang nicht
bekannt, die dieses Verhalten zeigen würden. Bei meinen anderen
Schildkrötenarten würde ich dies auch nicht machen, denn zwangsmäßiges baden
verbinden die Schildkröten mit extremem Stress. Sie koten und urinieren
aus diesem Grunde dann zwar ab, aber diese Notabgaben sind für eine
Schildkröte normalerweise nicht notwendig, da lasse ich sie lieber in Frieden
und selber die Badeplätze nur nach belieben aufsuchen :-) Um es nicht falsch zu
verstehen: Sternschildkröten brauchen trotzdem ihre tägliche Badeplätze auch
wenn man sie zusätzlich ein Mal in der Woche badet!
Auch Jungtiere sollten schon vom Schlupfjahr an ins
Freigehege kommen.
Die natürliche Sonne ist durch nichts auf der Welt zu ersetzen!
Im Außengehege ist darauf zu achten, dass sowohl Schattenplätze als auch Sonnenplätze vorhanden sind. Eine geeignete Bepflanzung mit Futterpflanzen und Futtergräsern ist anzuraten, damit sich die Tiere selbst im Gehege versorgen können.
Die Größe des Außengeheges sollte um ein Vielfaches größer ausfallen, wie die des Innenterrariums. Man darf nie vergessen, dass bei den Tiere ihre Darmtätigkeit durch die Bewegung in Gang gebracht wird. Ein zu kleines Gehege bringt demnach auch gesundheitliche Nachteile mit sich. Wenn bei den Tieren ein geheiztes Schutzhaus angeboten wird, dann kann man sie auch im Sommer bei jedem Wetter draußen im Freiland halten. Ansonsten kann man sie auch an kühlen Tagen in das leicht wärme- überschlagene Innenterrarium setzen. Sobald das Wetter einen Freilandaufenthalt der jungen Schildkröten wieder zulässt, sollte man ihnen diesen auch wieder ermöglichen.
Für Jungtiere sollte man folgende Gegenstände immer vorrätig haben: