Kotproben
(von Marion Minch)
Es empfiehlt sich für jeden Pfleger von Schildkröten, mindestens ein Mal im
Jahr eine Kotprobe seiner Tiere an ein fachkundiges Institut wie z.B. exomed
einzuschicken und nach Parasiten zu untersuchen lassen.
Wie geht man dabei am besten vor:
1. Man sammelt ca. eine Woche lang den Kot der entsprechenden Schildkröte in
einem Stuhlröhrchen oder ähnlichem in welche man nach dem Einfüllen des Kots ein
paar Tropfen Wasser hinzu gibt, dass die Masse nicht austrocknet. Danach
verschließt man das Probengefäß und stellt es an eine Stelle
wo es bei ca. 10 Grad lagern kann bis die Probe verschickt wird. Die letzte
Stuhlprobe sollte ganz frisch sein und noch am Tag des Einsammelns auch gleich
verschickt werden. Die letzte, also frische Probe sollte auch nicht im Gefäß
der Sammelprobe sondern in einem eigenen Behälter verpackt werden, so
dass das Institut hieraus den Nachweis über Einzeller gewinnen kann.
Jedes Gefäß wird separat beschriftet. Bei der Sammelprobe wird der Vermerk:
Sammelprobe und bei der frischesten Probe der Vermerk "letzte Probe"
aufgebracht. Bei Proben von verschiedenen Tieren sollte auf jedem Gefäß der
Name des Tieres stehen, von dem die Probe gewonnen wurde.
2. Am Tag des Versands füllt man ein Begleitschreiben aus auf welchem folgende Daten mindestens vermerkt sein sollten:
- eigene Adresse
- Schildkrötenart
- evtl. Alter
- ob das Tier allein lebt oder in Gesellschaft verbringt (wenn ja mit gleicher
Art oder mit anderer Art)
- was wurde gefüttert?
- gibt es besondere Auffälligkeiten?
- soll nach etwas Bestimmtem gesucht werden?
- Handelt es sich um eine Sammelprobe oder eine frische Kotprobe?
- Bitte um Behandlungsplan
3. Bei Untersuchungen auf Hexamiten, ist es sinnvoll
zusätzlich noch eine frische Urinprobe separat mit einzuschicken.
Im Urin lassen sich Hexamiten sicherer feststellen als allein im Kot.
Das entsprechende Begleitschreiben findet man unter www.exomed.de und dort dann unter dem Punkt Proben.
Dieses Schreiben wird zusammen mit der Probe, die sicher
verpackt werden muss. Also am besten einem Kotbesteck, das man gut verschließen
kann, verwenden.
Die Probe darf nicht auslaufen oder Gefahr laufen, dass der Deckel aufgeht ...
sonst kann man nicht mehr alle Untersuchungen durchführen.
3. Wenn der Befund eintrifft und es einer Behandlung bedarf, dann geht man mit dem Befund zu seinem Tierarzt und bespricht mit diesem den weiteren Behandlungsverlauf.
4. Wurde eine Behandlung erforderlich z.B. wegen Wurmbefall, dann sollte ca. 4 Wochen nach der letzten Gabe des Medikaments eine Kontrolluntersuchung vorgenommen werden, um zu zeigen, ob die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde.
Vorgehensweise mit
Hilfe eines Kotbestecks:
| der Probenbehälter | ![]() |
| wird geöffnet | ![]() |
| und der Aufnehmer herausgenommen | ![]() |
| danach drückt man den Aufnehmer wie gezeigt in den Kot, der untersucht werden soll | ![]() |
| der Aufnehmer mit der Kotprobe wird zurück in den Behälter gegeben | ![]() |
| nun ist die Kotprobe sicher im Behälter verwahrt | ![]() |
| es kommen ein paar Tropfen frisches Leitungswasser hinzu, dass die Probe nicht austrocknet | ![]() |
| und der Behälter wird verschlossen | ![]() |
| bei Untersuchung auf Einzeller | Zusätzlich in einem separaten Döschen eine frische Urinprobe mit einschicken. |
| das Kotbesteck und das zugehörige Begleitschreiben sowie evtl. eine Urinprobe kommt in die Versandtasche | Idealer Weise wird das
Untersuchungsmaterial in einer solchen Verpackung verschickt:
|
| der Hinweis
"biologisches Untersuchungsmaterial" sollte auf der Verpackung verzeichnet sein. |
wichtig ist der Hinweis auf der Verpackung:
oder zumindest Mit der
Aufschrift: |
| nun muss die Probe schnellstens verschickt werden |
Vorgehensweise mit Hilfe eines Stuhlröhrchens:
| der Probenbehälter wird geöffnet | ![]() |
| und der Löffel herausgenommen | ![]() |
| mit Hilfe des Löffels wird der Kot ausgenommen | ![]() |
| der Löffel mit der Kotprobe wird zurück in den Behälter gegeben | ![]() |
| es kommen ein paar Tropfen frisches Leitungswasser hinzu, dass die Probe nicht austrocknet | ![]() |
| Der Behälter wird verschlossen | ![]() |
| Die Kotprobe ist versandfertig | ![]() |
| bei Untersuchung auf Einzeller | Zusätzlich in einem separaten Döschen eine frische Urinprobe mit einschicken. |
| das Kotbesteck und das zugehörige Begleitschreiben sowie evtl. eine Urinprobe kommt in die Versandtasche | Idealer Weise wird das
Untersuchungsmaterial in einer solchen Verpackung verschickt:
|
| der Hinweis
"biologisches Untersuchungsmaterial" sollte auf der Verpackung verzeichnet sein. |
wichtig ist der Hinweis auf der Verpackung:
oder zumindest Mit der
Aufschrift: |
| nun muss die Probe schnellstens verschickt werden |
Ein wenig Hintergrundwissen zu Kotproben:
Warum soll man denn mehrere Kotknödel sammeln?
Reicht es denn nicht, wenn ich einen Kotknödel nehme und den gleich verschicke?
- NEIN ... wenn ein Tier z.B. Würmer hat, dann scheiden diese nicht täglich
Eier aus. Hat man nur eine Kotprobe und die Würmer hatten gerade die Phase in
der sie keine Eier abgeben, so kann auch kein Wurmbefall nachgewiesen werden -obwohl
ein Befall eigentlich vorliegt - da kann man dann dem untersuchenden
Tierarzt keine Sorglosigkeit unterstellen, weil man eben nicht in jeder Kotprobe
auch die entsprechenden Parasiten (hier Wurmeier) nachweisen kann. Darum sollte
man eine Sammelprobe wie oben beschrieben versenden. Das sollte man dann auch im
Begleitschreiben vermerken, dass es sich um eine solche Sammelprobe handelt!
Wenn ich eine Sammelprobe wegschicke, kann man denn
da wirklich noch alles nachweisen? Ist diese Probe dann nicht schon überaltert?
- NEIN ... wenn das Probenmaterial nicht austrocknet, dann kann
man alles nachweisen .. auch in einer "älteren Probe" wie hier, die
ca. 1 Woche alt ist und im Kühlschrank gelagert hat.
Hier gibt es leider Fehlinformationen im Internet, die besagen, dass man nur
absolut frische Proben versenden soll, da man sonst nichts mehr nachweisen kann.
Das stimmt so aber nicht und diese Information ist irreführend.
Flagellaten die länger konserviert sind (hier ca. 1 Woche im Kühlschrank
verbringen müssen) "kapseln" sich ein und erwachen zu neuem Leben
wenn sie wieder gute Bedingungen vorfinden und nicht ausgetrocknet wurden.
Selbst Amöben können wieder "angezogen" werden sofern sie sich im
Probenmaterial befinden sollten.
ALLERDINGS sollte man nach der letzten (also frischesten) Probe das
Material so schnell wie möglich zur Post bringen, denn dann verkapseln sich die
Flagellaten aus dem letzten Kot nicht mehr:-)
Warum ist die Kotanalyse in manchen Instituten
teurer als anderswo?
- Das ist ganz leicht zu beantworten: Es kommt immer darauf an,
wieviel und wie eine Analyse durchgeführt wird.
Wird z.B. nur ein Ausstrich gemacht, dann ist das weniger Zeit- und
Arbeitsaufwändig als wie wenn man noch weitere Untersuchungsmethoden auf die
selbe Kotprobe anwendet.
Es ist ganz einfach wie überall im Leben .. die
Leistung bestimmt den Preis:-)
Warum soll ich die Kotprobe
eigentlich einschicken?
- Auch diese Frage ist ganz leicht zu beantworten:-)
Ein Institut, das sich nur mit Analysen von Befundmaterial auseinandersetzt hat
einen besseren Überblick über das zu untersuchende, als ein Tierarzt, der von
einem wechselwarmen Tier vielleicht alle paar Wochen einmal ein Kotprobe unter
das Mikroskop bekommt und die unterschiedlichen natürlichen Darmbewohner der
unterschiedlichen Arten somit gar nicht so genau kennen kann, weil
ihm die Übung und die Vergleichswerte schlichtweg fehlen.
Ein gewissenhafter Tierarzt wird es Ihnen niemals verübeln, wenn Sie mit einem
Befund eines fachkundigen Instituts in seine Praxis kommen zur Besprechung des
weiteren Behandlungsplans :-)
Muß ich für jede Schildkröte
eine extra Kotprobe verschicken und wie mache ich das denn?
- Am besten ist es, wenn man nach Schildkröten getrennt die
Kotproben verschickt.
Also für jedes Tier einen separaten Begleitschein und darauf kann man dann noch
eine Nummer vermerken die mit der Nummer, die man auf die Probe klebt
übereinstimmen muß.
Man kann auch Sammelproben von allen gleichartigen Schildkröten machen, dann
hat man aber nicht den Überblick, bei welcher Schildkröte welcher Befund
vorliegt.
Bei verschiedenen Arten ist die Trennung ein absolutes Muß, da
verschiedene Arten auch verschiedene Darmfloren vorweisen.